Interview mit unserem Präsidenten Georges Gladig

Interview mit unserem Präsidenten Georges Gladig

Lieber Georges, die Swiss Baseball Softball Saison steht kurz bevor. Wie war dein Winter ? Was gibt es interessantes aus dem Leben als SBSF Präsidenten zu berichten?

Im Winter kümmere ich mich mehr um die Strukturen und Organisation der SBSF. So ging es darum den neu vollständigen ZV an der ersten Sitzung im Februar 2018 zu begrüssen und neu zu positionieren. Zusammen mit der Geschäftsführerin Monique Schmitt war ich auch am Europäischen Baseball- und Softball Congress in Paris und somit bei der Gründung des neuen gemeinsamen Europäischen Baseball- und Softball Verband, der WBSC Europe, dabei.

Es bleibt mir aber auch mehr Zeit für mich selber, sei es für Ferien, Familie oder Arbeit.

Was erwartest du von der kommenden SBSF Saison 2018 ?

Meine Erwartungen sind auch im 2018 nicht anders als in den Vorjahren. Ich erhoffe mir als Verband, dass wir sowohl in den Vereinen wie auch in allen Ressorts kleine fortlaufende Schritte zur Verbesserung und Optimierung unternehmen. Wir haben viele engagierte Personen, die sich in ihrem Bereich (egal ob Frauen oder Männer, ob Kinder oder Erwachsene) mit Kompetenz und Begeisterung einsetzen. Dies gilt es zu fördern und zu unterstützen. Ich erhoffe mir auch, dass sich immer wieder Leute finden werden, die sich für unsere Sportart engagieren.

Wo wird man den Präsidenten antreffen durch die Saison hindurch?

Wenn es mein persönlicher Kalender erlaubt werde ich soviel wie möglich auf den diversen Plätzen anzutreffen sein. Der persönliche Kontakt mit allen Beteiligten ist mir wichtig. So verzichte ich gerne auf einen langen Mailverkehr, wenn ich dafür alternativ das persönliche Gespräch vorziehen kann.

Was sind deine persönlichen Saison-Highlights ?

Zu den persönlichen Highlights gehören für mich immer wieder die Begegnungen auf den Plätzen, egal wo. Natürlich ist es schön, wenn unsere Auswahlteams gut abschneiden. Wichtiger ist es jedoch, dass die Vereine funktionieren und ihren Teil zum Gelingen beitragen.

Wo müssen wir als Swiss Baseball Softball Federation am meisten anpacken? Wo sind unsere Baustellen wo wir uns verbessern wollen?

Wir müssen uns immer wieder neu beweisen, das ist wohl die grösste Herausforderung. Dies meine ich um Umgang untereinander zwischen Verband und Vereinen, in der Kommunikation untereinander und in der gemeinsamen Lösungsfindung zum Wohle unseres Sports. Hier sind manchmal Missverständnisse vorhanden, die unnötig sind und bei besserer Kommunikation verhindert werden können.

Natürlich wäre es auch hilfreich, wenn unsere Sportart (ab sofort wieder im olympischen Programm) medienmässig mehr wahrgenommen würde. Hier bin ich zuversichtlich, dass wir in kleinen Schritten zu einer höheren nationalen Präsenz gelangen werden. Dies ist mit vielen kleinen Aktionen und Erfolgen möglich.

In dieser Saison werden erstmals eine U22 Softball und U23 Baseball Nationalmannschaft an EM’s teilnehmen. Wie siehst du diese tolle Entwicklung ?

Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist sowohl bei den Frauen wie auch bei den Männern eine Nachwuchsnationalmannschaft zu stellen. Dabei gilt es immer zu berücksichtigen, dass wir die Finanzen und den Level der Competition im Auge behalten. Ich wünsche mir, dass sich diese Investitionen für die Zukunft lohnen und ein kontinuierlicher Aufbau über Jahre erfolgt. Es darf nicht nur eine Eintagsfliege sein weil es schön ist dabei zu sein. Dahinter muss ein zielgerichteter Aufbau über Jahr sein.

Seit diesem Winter haben wir einen neuen Baseball Elite Nationalteam Headcoach, wo soll es mit ihm und dem Elite Team hingehen in Zukunft?

Ein neuer Headcoach bringt immer wieder neue Ideen und damit Chancen für neue Spieler. Wie schon in der vorherigen Antwort erwähnt, müssen wir den kontinuierlichen Aufbau fördern mit zielgerichteter Förderung der Jungen bis ins hohe Baseball-Alter. Da erhoffe ich mir von Chris Byrnes wertvolle Impulse und einen gemeinsamen Weg über alle Jahrgänge hinweg.

2013 an der Heim-EM in Zürich hatten wir über 5000 Zuschauer im Nationalstadion Heerenschürli, wann werden wir eine neuerliche Schweizer Baseball Softball Party erleben in unserem Lande?

Das ist zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht klar. Eine solche Veranstaltung wie im 2013 können wir nicht jedes Jahr durchführen, dazu fehlen uns die Personen und Finanzen. Allerdings wollen wir eine nächste grössere Veranstaltung anstreben um das Feeling aus dem 2013 wieder zu erleben. Wann und was das sein wird, ist allerdings noch nicht bekannt.

Du bist jetzt seit 5 Jahren SBSF Präsident, was gefällt dir am meisten und was am wenigsten an deiner Ehrenamtlichen Tätigkeit als Verbands-Präsident ?

Wie schon erwähnt, schätze ich vorwiegend die Zusammenarbeit mit allen engagierten Personen in unserer Sportart. Ich freue mich über lösungsorientierte Ansätze und ärgere mich über Personen, die überall nur Probleme sehen. Zum Glück hat es mehr Leute von der ersten Sorte und das motiviert mich sehr. Was mich sehr freut ist die Tatsache, dass wir im Zentralvorstand seit der GV 2017 erstmals vollzählig sind und dies mit Personen, die alle über eine sehr hohe Baseball- und Softball Kompetenz verfügen. Das erleichtert Vieles und macht Mut vorwärts zu schauen.

Wo willst du mit der SBSF in den nächsten Jahren hin? Was sind die Prioritäten?

Mein Ziel ist es weiterhin Fortschritte in kleinen Schritten («Kaizen») zu machen auf allen Ebenen. Dies heisst in der Zusammenarbeit mit den Vereinen und innerhalb der einzelnen Ressorts und Kommissionen. Dazu bin ich auch bereit noch bis ins 2020 als Präsident weiterzumachen falls die Vereine dies wollen. Wir haben kompetente Leute, die mitziehen und das Beste für unsere Sport wollen. Das motiviert mich sehr.

Als konkretes Ziel habe ich die Absicht, im 2020 den Europäischen Baseball- und Softball Congress der WBSC Europe in die Schweiz nach Lausanne zu holen. Das Jahr 2020 ist ein Olympiajahr und Lausanne mit dem Sitz des IOC und der WBSC prädestiniert dazu.

Natürlich wäre es toll, wenn wir in den nächsten zwei – drei Jahren wieder einen Grossanlass in der Schweiz durchführen könnten.

Um uns zu verbessern und zu entwickeln brauchen wir auch mehr finanzielle Unterstützung. Wie ist der Stand der Dinge im Sponsoring-Bereich? Wie können wir als kleinen Verband attraktiv sein für Geldgeber?

Ja dieses Thema ist ein Dauerbrenner. Zum Glück erhalten wir von Swiss Olympic wieder ein bisschen mehr Geld. Dies darum, weil Baseball und Softball ab 2020 wieder im Olympischen Programm auftauchen in Tokyio und hoffentlich auch 2024 in Paris und 2028 in Los Angeles. Ein weiterer Grund für die höhere Beteiligung von Swiss Olympic an unseren Verband ist jedoch auch das von Chris Palatinus und Kurt Reinhard erstellt Nachwuchs-Leistungsförderungskonzept. Dank ihrer Arbeit wird unser Verband bei Swiss Olympic besser anerkannt.

Natürlich sind wir happy, wenn es uns gelingt im Sponsoring eine Firma oder einen Geldgeber zu finden, der es uns ermöglicht die Kosten für die Vereine möglichst tief zu halten. Dieser Weg ist ein steiniger, das sind wir uns bewusst. Das Motto hier kann nur heissen:  «Nid luggloh gwünnt!»

Wir sind attraktiv für mögliche Geldgeber, wenn wir Erfolge vorweisen können, wenn wir mehr Medienpräsenz aufweisen und wenn wir dem Sponsor einen erhöhten Return on Investment geben können. Dazu sind wir alle aufgefordert, diese Ziele zu erreichen.

Unsere beiden bisherigen Sponsoren «Ben’s US Sports» und «Knecht-Reisen» bleiben uns zum Glück noch erhalten, auf diesem Weg ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung.

SBSF: Vielen Dank Georges für dein Engagement für unseren Verband und Sport. Bis Bald auf einem Schweizer Baseball-/Softballfeld…


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